Marcus Kliewer - Die Besucher | Rezension

Dienstag, Januar 27, 2026

 

Die Besucher | Marcus Kliewer | 400 Seiten | Goldmann | eBook 4,99€ | Taschenbuch 14,00€


Eve und ihre Lebensgefährtin Charlie können ihr Glück kaum fassen: Das alte Haus in einer abgelegenen Gegend von Oregon ist ein echtes Schnäppchen, perfekt, um es zu renovieren und mit Gewinn weiterzuverkaufen. Nachbarn gibt es kaum, und auch Touristen verirren sich nicht nach 3709 Heritage Lane. Deshalb ist Eve überrascht, als es eines Abends klingelt: Ein Mann steht mit seiner Familie vor der Tür. Er habe früher hier gewohnt, sei auf der Durchreise und wolle seiner Frau und den drei Kindern das Haus zeigen. Zögernd lässt Eve, die allein zu Hause ist, die Fremden herein. Dann geschieht Seltsames. Die kleine Tochter der Besucher ist plötzlich unauffindbar, das Haus selbst scheint in Details merkwürdig verändert – oder bildet sich Eve das nur ein? Und die Familie macht keine Anstalten, wieder zu gehen. Ein Albtraum beginnt …
Quelle: Goldmann


Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat!

"Die Besucher" von Marcus Kliewer ist eines dieser Bücher, bei denen man nach dem Zuklappen erstmal denkt: Okay… ich brauche kurz Zeit. Ich bin immer noch nicht sicher, ob ich das Ende liebe oder hasse – aber genau das macht dieses Buch so verdammt gut.

Kurz zur Handlung: Eve und ihre Partnerin Charlie haben gerade ein altes Haus in einer abgelegenen Gegend von Oregon gekauft, als plötzlich an einem kalten Abend eine fremde Familie an ihrer Tür klingelt. Die Besucher wirken zunächst harmlos, doch schon bald beginnt eine beunruhigende Stimmung: Dinge verändern sich im Haus, Familienmitglieder verhalten sich seltsam, und die Unruhe wächst. Plötzlich ist die kleine Tochter der Fremden verschwunden – und die Besucher machen keinerlei Anstalten zu gehen. Was als ruhige Neuerung beginnt, entwickelt sich schnell in einen beklemmenden Albtraum voller Horror und Ungewissheit ...

Der Start war für mich ehrlich gesagt etwas holprig. Ich brauchte ein paar Kapitel, um reinzukommen, mich auf das Setting und die Stimmung einzulassen. Aber dann? Keine Chance mehr, das Buch wegzulegen. Ab einem gewissen Punkt wurde es zu einem echten Pageturner, bei dem ich mir ständig gesagt habe: Nur noch ein Kapitel. Spoiler: Es blieb nie bei einem.

Der Schreibstil ist angenehm leicht, flüssig und extrem gut lesbar. Kein unnötiges Schnickschnack, kein kompliziertes Gedöns – genau richtig, um die Spannung konstant hochzuhalten. Besonders stark fand ich die Atmosphäre: unterschwellig bedrohlich, beklemmend, stellenweise richtig unangenehm (im besten Sinne). Dieses Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt, zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann dieses Ende… Was. War. Das. Bitte? Offen, verstörend, mutig. Ich saß da und wusste wirklich nicht, ob ich mir eine klarere Auflösung gewünscht hätte – oder ob gerade dieses Nicht-Wissen das Ganze so wirkungsvoll macht. Es ist ein Ende, über das man nachdenkt, diskutiert und das einen nicht einfach loslässt.

Fazit: Ein atmosphärischer Thriller mit Startschwierigkeiten, der sich aber schnell zu einem Sog entwickelt, aus dem man nicht mehr rauskommt. Spannend, intensiv und mit einem Ende, das polarisiert – genau mein Ding.





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