| The Vacation | John Marrs | 592 Seiten | Heyne | eBook 15,99€ | Paperback 18,00€ |
Dieser Urlaub könnte dein letzter sein
L.A., Venice Beach: Im International Hostel bleibt vom Glamour der Strandpromenade wenig übrig. In der heruntergekommenen Absteige treffen Backpacker aus verschiedenen Nationen aufeinander. Viele sind auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit – und manche von ihnen hüten ein dunkles Geheimnis. Tommy, den seine eigenen düsteren Erinnerungen hierhergetrieben haben, jobbt im Hostel und kennt seine zwielichtigen Gäste. Wie Savannah, die aus gutem Grund einen Revolver unter ihrem Kopfkissen versteckt, oder der undurchsichtige Krankenpfleger Eric. Tommy ahnt, dass Eric vor nichts zurückschreckt und dass jedem Gefahr droht, der ihm zu nahe kommt ...
Quelle: Heyne
Herzlichen Dank an den Heyne Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat!
"The Vacation" von John Marrs hat mich bereits mit Cover, Titel und Klappentext sofort angesprochen. Eine Hostel am Venice Beach, mehrere Urlauber mit ihren ganz eigenen Geheimnissen und die Aussicht auf jede Menge Drama? Da war ich direkt neugierig.
Die Geschichte spielt in einem heruntergekommenen Hostel in L.A., in dem verschiedene Gäste aufeinandertreffen. Nach außen wirkt alles perfekt: Sonne, Entspannung und die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen. Doch hinter den Kulissen tragen nahezu alle Figuren Geheimnisse mit sich herum, die nach und nach ans Licht kommen. Dabei verknüpft John Marrs die Schicksale seiner Charaktere auf geschickte Weise miteinander und zeigt, dass niemand so harmlos ist, wie es zunächst scheint.
Zu Beginn hatte ich allerdings ein wenig zu kämpfen. Es gibt sehr viele Protagonisten und ebenso viele Perspektiven, sodass ich anfangs gelegentlich den Überblick verloren habe. Die ersten Kapitel fühlten sich für mich deshalb eher wie ein Kennenlernen der Figuren an als wie ein klassischer Spannungsroman.
Doch irgendwann macht es Klick.
Plötzlich ergeben die verschiedenen Handlungsstränge Sinn, die Verbindungen zwischen den Charakteren werden sichtbar und man beginnt zu ahnen, dass hier deutlich mehr hinter allem steckt. Ab diesem Punkt konnte mich das Buch wirklich fesseln.
Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen und größeren Twists, die immer wieder neue Fragen aufwerfen. Manche Entwicklungen habe ich kommen sehen, andere wiederum überhaupt nicht. Gerade diese Mischung hat dafür gesorgt, dass die Geschichte durchgehend interessant geblieben ist.
Ein weiterer großer Pluspunkt sind die sehr kurzen Kapitel. John Marrs beherrscht die Kunst, Kapitel genau an den richtigen Stellen enden zu lassen. Dadurch entsteht ständig das Gefühl, noch schnell weiterlesen zu müssen – und plötzlich sind wieder fünfzig Seiten vergangen.
Wer allerdings einen klassischen Thriller mit dauerhaft hohem Nervenkitzel erwartet, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Für mich war "The Vacation" eher ein spannender Roman mit Thriller-Elementen als ein echter Thriller. Die Spannung entsteht vor allem durch die zwischenmenschlichen Konflikte, die Geheimnisse und die Dynamik zwischen den Figuren. Das hat meinem Lesespaß allerdings keinen Abbruch getan – ganz im Gegenteil.
Fazit: Ein fesselnder Roman voller Geheimnisse, menschlicher Abgründe und überraschender Wendungen. Der Einstieg erfordert etwas Geduld, wird aber mit einer packenden Geschichte belohnt, die man irgendwann kaum noch aus der Hand legen kann.




