C. M. Ewan - Die Fremden | Rezension

Montag, Februar 16, 2026


Die Fremden - Nimm niemanden mit | C. M. Ewan | 448 Seiten | blanvalet | eBook 12,99€ | Paperback 17,00€


Eine nächtliche Landstraße. Eine Familie gestrandet am Straßenrand. Ein Hilfsangebot mit fatalen Folgen …

Eine einsame Landstraße in Cornwall, dunkel und neblig. Ben und seine Frau Abi sind auf dem Heimweg. Plötzlich taucht ein Mann vor ihnen auf, den Abi fast überfährt. Statt anzuhalten, fahren sie weiter. Auch als sie ein liegengebliebenes Auto sehen, sagt ihr Instinkt Abi immer noch, dass sie einfach weiterfahren soll. Aber dann bemerkt sie eine Frau mit Babyschale im Arm. Auf keinen Fall können sie eine Mutter und ihr Kind hilflos am Straßenrand stehen lassen. Also nehmen sie die Familie mit. Was sich als großer Fehler herausstellen wird …
Quelle: Blanvalet


Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat!

"Die Fremden – Nimm niemanden mit" von C. M. Ewan ist ein durchaus flüssig erzählter Thriller, der aber über weite Strecken zu sehr in Gedanken und Emotionen hängenbleibt. Das Grundprinzip ist spannend: Eine Familie fährt nachts über eine einsame, neblige Landstraße in Cornwall, als sie einem Mann und später einer Frau mit Baby am Straßenrand begegnen. Statt weiterzufahren, nimmt sie die Fremden mit – ein scheinbar alltäglicher Entschluss mit fatalen Konsequenzen.

Der Plot ist extrem fokussiert: Im Grunde passiert fast alles während einer einzigen Autofahrt und dieser einen Nacht, was dem Buch eine sehr enge, fast schon klaustrophobische Atmosphäre verleiht. Das ist zwar interessant und erzeugt zunächst Spannung – aber gleichzeitig macht es das Ganze auch etwas langatmig. Viel Spielraum fällt in die inneren Gedanken der Figuren, ihre Gefühle und ihre Reflexionen, weil es einfach nur wenig physisches Voranschreiten der Handlung gibt. Für mich war das an manchen Stellen eher ermüdend als spannend.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und man kommt schnell durch die Seiten, was das Lesen trotz der Langatmigkeit nicht komplett trüb macht. Aber ich hatte mir deutlich mehr unvorhersehbare Twists gewünscht. Vieles fühlt sich schnell durchschaubar an, weshalb der große Überraschungseffekt ausbleibt.

Atmosphäre und Idee an sich haben Potenzial – das Setting auf der Straße im Dunkeln ist durchaus creepy und erzeugt Unbehagen – aber das Tempo und die Entwicklung hätten für mich deutlich intensiver sein dürfen. Gerade gegen Ende hätte eine stärkere Wendung oder ein heftiger Runner mehr hergemacht; stattdessen kam alles doch ziemlich abrupt und vorhersehbar.

Fazit: Ein solider Thriller mit interessanter Grundidee, der sich flüssig liest, aber zu sehr in inneren Monologen und Vorhersehbarkeit hängenbleibt. Ideal für einen gemütlichen Thriller‑Abend, aber nicht der tiefgründigste Nervenkitzel.





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