Cleo Konrad - Home Story | Rezension

Samstag, August 01, 2026

Home Story | Cleo Konrad | Lübbe | 512 Seiten | eBook 14,99€ | Paperback 18,00€ 


 Dieser Geruch. Der heiße Wind treibt ihn ihr ins Gesicht, als wäre der Steingruberhof ein Tier, das ihr seinen Atem entgegenbläst. Ein Tier, das bereits auf neue Beute lauert ...

Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis - und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten …

Quelle: Bastei Lübbe


Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat!

„Home Story" von Cleo Konrad hat mich schon mit Cover, Titel und Klappentext sofort angesprochen. Ein atmosphärischer Roman mit mehreren Figuren, verborgenen Geheimnissen und einem sommerlichen Setting? Das klang nach einer Geschichte, in der man sich verlieren kann.

Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Menschen, deren Leben auf überraschende Weise miteinander verknüpft sind. Nach und nach werden ihre Geschichten, Wünsche und Geheimnisse sichtbar und ergeben Stück für Stück ein großes Gesamtbild. Dabei geht es weniger um einen klassischen Spannungsbogen als vielmehr um zwischenmenschliche Beziehungen, Identität und die Frage, was ein Zuhause eigentlich ausmacht.

Auch die Figuren haben mir insgesamt gut gefallen. Sie sind vielschichtig, unterschiedlich und authentisch, sodass jede Perspektive etwas Eigenes zur Geschichte beiträgt.

Allerdings hatte ich gerade zu Beginn meine Schwierigkeiten. Es gibt viele Charaktere, und ich musste mich erst einmal orientieren, wer zu wem gehört und welche Rolle die einzelnen Personen spielen. Das hat den Einstieg für mich nicht gerade leicht gemacht.

Hinzu kam, dass sich das erste Drittel leider ziemlich gezogen hat. Ich bin nur schwer in die Geschichte hineingekommen und hatte immer wieder das Gefühl, dass der eigentliche Plot noch auf sich warten lässt. Dadurch habe ich insgesamt ungewöhnlich lange für das Buch gebraucht – nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, sondern weil zwischendurch einfach nicht besonders viel passiert.

Erst nach und nach entfaltet die Geschichte ihre Stärke. Wenn die Figuren vertrauter werden und sich ihre Schicksale immer stärker miteinander verweben, entwickelt Home Story eine angenehme Sogwirkung. Dennoch hätte ich mir insgesamt etwas mehr Tempo und einen klareren Spannungsbogen gewünscht.

Der Schreibstil ist angenehm, ruhig und bildhaft. Cleo Konrad nimmt sich Zeit für ihre Figuren und deren Entwicklung – das wird viele Leserinnen und Leser begeistern. Mir persönlich war das Erzähltempo stellenweise allerdings etwas zu gemächlich.

Fazit: Ein atmosphärischer Sommerroman mit interessanten Figuren und einer besonderen Stimmung. Wer charaktergetriebene Geschichten liebt und sich auf einen ruhigen Erzählstil einlassen kann, wird hier wahrscheinlich viel Freude haben. Ich hätte mir lediglich einen etwas leichteren Einstieg und etwas mehr Dynamik gewünscht.





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