Hannah Rothschild - Die Launenhaftigkeit der Liebe | Rezension

Samstag, November 19, 2016

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Die Launenhaftigkeit der Liebe | Hannah Rothschild | 512 Seiten | Deutsche Verlags-Anstalt | eBook 17,99€ | Gebundene Ausgabe 21,99€

Klappentext

"Darf man für ein Gemälde töten?

Annie McDee ist nach London gezogen, um nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund einen Neuanfang zu wagen. Eines Tages kauft die junge Köchin in einem Trödelladen ein verstaubtes kleines Gemälde, nicht ahnend, dass dieses Bild nur wenige Monate später die internationale Kunstwelt in helle Aufregung versetzen wird. Schwerreiche russische Oligarchen, Staatspräsidenten, die Gattin eines Ölscheichs und ein Gangster-Rapper werden vor dem altehrwürdigen Auktionshaus Monachorum & Sons Schlange stehen, um den »Verkauf des Jahrhunderts« für sich zu entscheiden. Doch auch Annies Leben wird durch ihren Zufallsfund auf den Kopf gestellt. Denn unversehens gerät sie ins Zentrum der dunklen Machenschaften skrupelloser Kunsthändler, die zu allem bereit sind, damit ein gut gehütetes Familiengeheimnis nicht ans Tageslicht kommt ..."

Bewertung

"Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist Hannah Rothschilds Debütroman und ist in rund zehn Ländern  erschienen. Dabei hat es in der englischsprachigen Welt Leser wie Kritiker begeistert. Das Buch hat meine Aufmerksamkeit durch das wunderschöne Cover erregt. Auch ohne den Schutzumschlag bezaubert das Buch: Es ist nämlich mit einem schimmernden Goldton überzogen. Ich komme überhaupt nicht mehr aus dem Schwärmen heraus, so schön und ansprechend finde ich dieses Cover. Daher war ich natürlich umso gespannter, ob mir der Inhalt genauso zusagen würde wie die äußere Gestaltung.

Zum Inhalt: Annie, die gerade von ihrem langjährigen Freund verlassen wurde, wagt in London einen Neuanfang. Dazu gehört auch ein neuer Job: Ihre Stelle als Köchin bei einer einflussreichen Kunsthändlerfamilie bietet wenig Aufregung bis auf das ein oder andere opulente Abendessen. Doch eines Tages kauft sie in einem Trödelladen ein staubiges kleines Gemälde. Mithilfe eines jungen und sympathischen Museumsführers kommt sie schon bald der spannenden Vergangenheit ihres Zufallfunds auf die Schliche: Das Bild trägt den Titel Die Launanhaftigkeit der Liebe und stammt von dem Rokoko-Maler Jean-Antoine Watteau. Es ging im Laufe der Jahrhunderte durch die Hände von Königen und Päpsten, verschwand in den 1940er Jahren aus dem Wohnzimmer einer jüdischen Familie in Berlin und weckt nun im gegenwärtigen London gefährliche Begehrlichkeiten ...
Skrupellos setzten einige alles daran, das Bild in ihren Besitz zu bekommen. Ob die ihm zugeschriebene Macht, bei seinen Betrachtern Liebe zu erwecken, sich auch für Annie bewahrheiten wird?

Obwohl Hannah Rothschilds Erzählweise einen Zugang zu den Gedanken aller Protagonisten bietet, sehe ich doch Annie als Hauptprotagonistin des Buches. Sie war es, die den Stein ins Rollen gebracht hat, indem sie das Gemälde in London gekauft hat. Mein persönliches Highlight war, dass auch das Gemälde des Öfteren zu Wort gekommen ist und mit seiner herrlichen sarkastischen Art mich mehrfach zum Lachen gebracht hat.
Der Schreibstil der Autorin hat die Geschichte zu etwas ganz Zauberhaftem gemacht. Sie schreibt mit viel Liebe zum Detail. Auch lässt sich die Geschichte gut und flüssig lesen. Sie erzählt gerade so viel wie nötig, damit der Spannungsbogen sich immer auf einem hohen Niveau befindet. Allerdings hat sich Hannah Rothschild ab und an in kleinen Details und Nebensächlichkeiten verloren, was ich schade fand.
Inhaltlich ist das Buch sehr komplex, auch aufgrund der Fülle an Charakteren. Den Überblick nicht zu verlieren, fiel mir anfangs schwer. Bis die Geschichte richtig beginnt, geht einige Zeit ins Land. So kam mir der Anfang leider sehr langatmig vor. Die einzelnen Figuren sind liebevoll bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Zunächst können die Beschreibungen der Protagonisten sehr langatmig und zäh sein. Sind die Figuren dann aber alle eingeführt worden, kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Es gibt so viele Handlungsstränge, die eine Rolle in diesem Buch spielen. Dass die Wege der Charaktere sich innerhalb der Kunstszene immer wieder kreuzen, fand ich großartig. Das Buch wimmelt nur so vor zufälligen Begegnungen und Überschneidungen. Was anfangs noch komplex war, wird mit jeder Seite faszinierender und man Gerät immer mehr ins Staunen.

"Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist weder ein gewöhnlicher Liebesroman, noch ein nervenzerreisender Thriller. Vielmehr handelt es sich um ein Gesamtkunstwerk. Und genau darum geht es in Hannah Rothschilds Debütroman auch: um Kunst und die Welt der Künstler und Kunstliebhaber, welche Macht Kunst innewohnt und in welche Höhen und Tiefen sie die Menschen treibt.
"Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist ein Roman, der einen verzaubert und mit einem Stauen zurücklässt. Egal ob Kunstkenner oder nicht: dieses Buch macht einen sprachlos!


Herzlichen Dank an die Deutsche Verlags-Anstalt und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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7 Kommentare

  1. Huhu ♥

    Eine tolle Rezension! :)
    Besonders interessant finde ich, dass du schreibst dass das Buch weder eine Liebesgeschichte noch ein Thriller ist. Das finde ich immer sehr spannend! :) Deshalb kommt das Buch gleich auf meine Wunschliste.

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    1. Hey :)

      Danke, das freut mich total! Mir ist es echt schwer gefallen, dieses Buch einem Genre zuzuordnen, weil es so viele Elemente von verschiedenen Genres beinhaltet.

      Ganz liebe Grüße,
      Myri

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  2. Schöne Rezi. Freut mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat und es dich überzeugen konnte. Das ist natürlich immer schön!

    Liebe Grüße,

    Andreea
    http://andreealiest.blogspot.de/

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    1. Hey Andreea :)
      Vielen Dank ♥ Hab eben gesehen, dass du gerade das neue Buch von Cecilia Ahern liest. Bin schon so gespannt auf deine Rezi!

      Liebst,
      Myri

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  3. Hm, also ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Buch das Richtige für mich wäre. Bin eigentlich nicht so ein Kunst- Fan; ob mich die Geschichte dann auch so begeistern kann?
    Ehrlich gesagt bin ich um dieses Buch bis jetzt nur wegen des schönen Covers immer rumgeschlichen. Hähä... *schäm* Aber ich scheine ja nicht die einzige gewesen zu sein, die diesem tollen Cover erlegen ist ;)
    Aber was meinst du, ist das Buch trotzdem was für mich? Oder ist der Kunst- Aspekt schon sehr dominant?
    LG, Julia

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    1. Ich bin auch nur auf dieses Buch wegen des schönen Covers aufmerksam geworden :D Wir sind schon solche Coveropfer :D
      Die Kunst ist auf jeden Fall sehr dominant und ich kann mir vorstellen, dass es dem ein oder anderen sehr schnell auf den Geist geht. Allerding spielen andere Aspekte wie die Liebe, Verrat und auch Geschichte eine wichtige Rolle.
      Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen!

      LG,
      Myri

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    2. Ja, Coveropfer, aber echt! Danke für deine schnelle Antwort. Ja, also ich behalte das Buch mal im Hinterkopf, aber so schnell werde ich es glaube ich erstmal nicht lesen. Obwohl schon interessante Aspekte dabei sind. Hab aber echt Bedenken, dass mir die Kunst dann zu dominant ist...
      Na mal sehen...
      LG

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Liebe Grüße,
Myri

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